Im Vorfeld einer geplanten Wohnüberbauung werden seit Mitte August die Quartierstrasse Gisleracherweg in Triengen ausgebaut und neue Leitungen verlegt. Weil diese Arbeiten mitten durch die archäologische Fundstelle des römischen Gutshofs Murhubel führen, werden sie von der Kantonsarchäologie begleitet.
In den vergangenen Jahren haben unterschiedliche Bauprojekte bereits mehrere archäologische Untersuchungen im Bereich des römischen Gutshofs ausgelöst. Nachdem in den 1990er-Jahren das Hauptgebäude – die Villa der Gutsfamilie – ausgegraben wurde, bekam die Kantonsarchäologie seit 2018 Einblicke in die sogenannte pars rustica. Also in jenen Bereich, der ökonomisch genutzt wurde und wo das Personal lebte. So erbrachten Untersuchungen auf Parzelle 76 in den Jahren 2023/2024 den Beweis von Lehmabbau in Form mehrerer grosser Gruben. Wahrscheinlich diente der Lehm zur Ziegelherstellung – war doch 1993 auf dem Areal der pars rustica ein Ziegelbrennofen freigelegt worden. Aber auch ein Teil der Umfassungsmauer und steinerne Gebäudereste konnten dokumentiert werden.
Bei den Arbeiten am Gisleracherweg zeigte sich nun, dass der Bodenabtrag für den Strassenausbau nicht bis in die römischen Schichten eingreift. Interessanter war daher der Leitungsgraben für die neue Wasserleitung, der tiefer reichte. Hier wurde nicht nur eine weitere Lehmentnahmegrube angeschnitten, sondern auch eine Grube, die vollgepackt mit römischem Bauschutt und Abfall ist. Ein klarer Hinweis also auf ein Gebäude, das sich hier in der Nähe befunden haben muss und zu einem unbestimmten Zeitpunkt abgerissen worden ist.