Zurzeit wird durch Menznau eine neue Fernwärmeleitung verlegt. Leitungsgräben, die ein ganzes Dorf durchziehen, sind für die Archäologie eine einmalige Chance: Sie erlauben Einblicke auch in Gebiete, in denen archäologisch nichts bekannt ist.
Im März 2026 war dies am Schlossrain der Fall: Ein Team der Kantonsarchäologie dokumentierte in 140 cm Tiefe eine Herdstelle, das Gräbchen eines Schwellbalkens und ein dunkles Lehmbändchen. Es handelt sich um die Reste eines vermutlich mittelalterlichen Gebäudes. Aufgrund des schmalen Leitungsgrabens kann vorderhand nicht gesagt werden, wie gross das Gebäude war oder ob sich im Umfeld gar eine grössere Siedlung befand.
Das Gebiet wird nun als archäologische Fundstelle ausgeschieden und vielleicht gibt es im Rahmen weiterer Bautätigkeit in 10, 20 oder auch 50 Jahren Gelegenheit, den Rest des Gebäudes zu dokumentieren.
Im untersten Bereich des Profils im Leitungsgraben steht ein dunkles Lehmband an – ein ehemaliger Lehmestrich – und rechts der Fototafel ein dunkles Band, das einen geschnittenen Balkengraben darstellt.