Wieso muss die Fundstelle ausgegraben werden?
Durch den Bau des Seetunnels für den DBL wird ein grosser Teil der Fundstelle unwiederbringlich zerstört. (Medienmitteilung vom 27.09.2023.) Daher muss sie in Form einer Rettungsgrabung vorgängig ausgegraben, sorgfältig dokumentiert, die Funde, wenn nötig konserviert, archiviert und die Fundstelle wissenschaftlich ausgewertet werden. Nur so bleibt sie der Nachwelt erhalten.
Weshalb ist das wichtig?
Das Luzerner Seebecken war bislang terra incognita für die Archäologie, da kaum erforschtes Terrain. Die Rettungsgrabung ist eine einmalige Chance, der Geschichte der Stadt Luzern ein wichtiges Kapitel hinzuzufügen, denn es handelt sich um die bislang ältesten Siedlungsspuren und die ersten dieser Art auf Stadtgebiet von Luzern. Dabei kann mit einer ausgezeichneten Erhaltung von organischen Funden gerechnet werden, die uns viele Informationen über das Leben der Menschen in der Jungsteinzeit und ihrer Umwelt liefern.
Wie wird die Fundstelle gegraben?
Aufgrund der Lage im See mit vier Meter Wassertiefe und dem weichen Sediment auf dem Seegrund wird der Tunnelbau unter Wasser ausgeführt. Eine Trockenlegung mit Caissonverfahren ist aus statischen Gründen nicht möglich. Deshalb ist die Rettungsgrabung als Tauchgrabung durchzuführen, die eine effiziente Grabungsmethode u.a. mit ausgebildeten Taucharchäologen, besonderen Sicherheitsvorschriften und passender Infrastruktur bedingt. Sie ist somit erheblich aufwendiger als eine Grabung an Land.
Was erwartet die Archäologie?
Die Ergebnisse aus der Voruntersuchung wiesen im südlichen Bereich des Tunnelverlaufs eine Abfallschicht nach, die von einer über 5000jährigen Siedlung aus der Jungsteinzeit stammt. Sie beinhaltet viel organisches Material wie Samen, Essensreste etc., welches für naturwissenschaftliche Untersuchungen verwendet werden kann. Ausserdem sind allerlei Funde von Alltagsgegenständen, Knochen von Wild- und Haustieren sowie Reste von Holz- oder Lehmbauteilen ihrer Wohnhäuser zu erwarten.